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Daniel, heute bist du dran! |
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erstellt um 11:30h am 29.10.2010 |
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NoBudget-Regisseur
im Interview
Scene Take
Daniel, nach dem zwischenzeitlichen Aus von Tabletop hast du ein
Regieangebot für das Pilotprojekt dieser Comedy-Serie erhalten.
Du hast es nicht sofort angenommen, als du das Exposé gelesen
hast. Du hast erst das Drehbuch abgewartet.
Beschreibe uns was du in diesem Augenblick dachtest und wieso du
gezögert hast.
Daniel Bomke
Nun ja, das ist eine berechtigte Einstiegsfrage. Allerdings
glaube ich, eine nachvollziehbare Antwort parat zu haben, wenn
ich ein wenig ausholen darf.
Natürlich ist es so, dass nach dem temporären Aus von „Tabletop“
eine große Lücke entstanden ist. Bei „Tabletop“ hatte ich bis
dahin ja seit ca. 2 Jahren an der Vorproduktion mitgewirkt,
zwischenzeitlich auch dort die Möglichkeit gehabt den Regiepart
zu übernehmen, mich aber letztendlich dagegen entschieden –
„Tabletop“ ist einfach zu sehr Dan's Baby als das ich mich in
der Lage gesehen hätte, die Idee angemessen zu inszenieren. Als
dann der erwähnte Einschnitt kam und feststand, dass „Tabletop“
vorerst auf Eis gelegt werden müsste, sah Dan die Möglichkeit,
seinen „Kindheitstraum“ einer eigenen Comedy-Serie in die Tat
umsetzen zu können. Nach einer Idee von Lars entwickelten beide
gemeinsam ein Konzept und stellten es mir vor. Ich fand die
Grundzüge der Idee ansprechend, war aber ein wenig überrascht,
als ich gefragt wurde, ob ich bei dem Piloten den Part des
Regisseurs einnehmen wolle.
Ich hatte ähnliche Bedenken wie bei Tabletop, weshalb ich
zunächst einmal das Treatment (es war nicht das Drehbuch)
abwartete, um ein klares Gerüst erkennen zu können, und auf
Grundlage dessen zu entscheiden, ob ich den Regiepart machen
will, oder nicht.
Scene Take
Was hat dich am Schluss dazu bewogen den sehr wichtigen Part des
Regisseurs zu übernehmen?
Daniel Bomke
So, diesmal mach ich's kürzer! Ausschlaggebend waren zwei
Sachen. Zum einen hatte mich das Treatment überzeugt – ich sah
die Möglichkeit es auf meine Weise umzusetzen. Und zum anderen
konnten wir uns sehr schnell die Leute für das Projekt sichern,
mit denen ich gerne zusammenarbeiten wollte. Es gab also zwei
wichtige Eckpfeiler für meine Grundmotivation und deshalb die
konsequente Entscheidung es anzugehen.
Scene Take
Du bist einer der wenigen, die annähernd wissen, wie wichtig
dieses Projekt für den Executive Producer Daniel Gatzke ist.
Hattest du im Laufe der Vorproduktion oder während der
Dreharbeiten Angst, dass etwas schief geht und noch schlimmer,
dass du eventuell sogar dafür verantwortlich sein wirst?
Daniel Bomke
Auch wenn es jetzt ein wenig pathetisch klingen könnte, aber ich
glaube, dass es im Leben sehr weniges gibt vor dem man wirklich
Angst haben bräuchte. Probleme bei einer Filmproduktion gehören
für mich sicher nicht dazu! Es geht nun einmal letztendlich
darum, sich gewissen Schwierigkeiten zu stellen und diese zu
überwinden. Ob man sich auf eine Sache einlässt oder nicht,
sollte man in Ruhe entscheiden, denke ich. Wenn man sich aber
für diese Sache entschieden hat, dann ist Zögern nicht länger
angebracht. So war es auch für mich bei diesem Projekt. Ich habe
nie daran gedacht, wer wofür verantwortlich sein könnte. Ich
wusste, dass es allen, die daran mitgewirkt haben, wichtig war
das Optimum herauszuholen – und dazu wollte ich beitragen. Nicht
mehr und nicht weniger.
Scene Take
Der Dreh ist jetzt schon zwei Wochen her. Gibt es was, was du im
Nachhinein anders, ja gar total anders gemacht hättest?
Daniel Bomke
Ich glaube, dass es vieles gibt, was ich jetzt besser
machen würde. Aber das könnte ich nur, weil ich auf die
Erfahrung der Dreharbeiten zurückgreifen kann. Demzufolge wäre
es Unsinn zu sagen, ich würde etwas ändern (also nicht tun)
wollen, denn dann hätte ich nicht daraus lernen können.
Scene Take
Wenn es etwas an der Regiearbeit gibt, dass dich am meisten
reizt, was ist das?
Daniel Bomke
Der Reiz liegt darin, aus vielen Teilen ein Ganzes zu machen –
ein ganzes, welches dann wirklich mehr als die Summe seiner
Teile ist. Wenn man es also schafft, alle Beteiligten so
einzusetzen, dass ein Produkt entsteht, welches einen gewissen
Mehrwert hat und nicht „lediglich“ die Arbeit der Einzelpersonen
wiedergibt, dann hat der Regisseur seine Sache gut gemacht. Wenn
dies am Ende nicht der Fall sein sollte, dann hab' ich's
immerhin versucht.
Scene Take
Schauspieler und natürlich auch Crewmitglieder können bei einem
20-Stunden-Tag anstrengend werden. Gab es Momente in denen du
fast explodiert bist?
Daniel Bomke
Ich muss sagen, dass es keinen Moment gab in dem ich fast
„explodiert“ wäre. Das liegt womöglich auch daran, dass es sehr
lange dauert bis ich explodiere. Aber andererseits ist es ganz
sicher auch das Verdienst des Casts und der Crew. Ich hatte –
von einzelnen Momenten abgesehen – immer das Gefühl, dass alle
an einem Strang ziehen. Wie bereits angesprochen, sind
Schwierigkeiten jeglicher Art notwendige Begleiterscheinungen
eines Schaffungsprozesses. Es nützt jedoch überhaupt nichts sich
aufzuregen – und ehrlich gesagt, macht man irgendetwas falsch,
wenn man überhaupt Zeit dafür hat.
Scene Take
Verrätst du uns deine Lieblingsfigur in der Serie bzw. im
Piloten?
Daniel Bomke
Das ist eine sehr schwierige Wahl und eine die ich nicht
wirklich treffen kann. Jeder einzelne Charakter hat viel
Potential, welches darauf wartet im Laufe einer möglichen Serie
ausgeschöpft zu werden. Im Piloten sind lediglich dünne Fasern
der jeweiligen Charakterstoffe zu erkennen – wie es anders auch
nicht sein kann. Fragt mich noch mal wenn NoBudget zur Serie
geworden ist, und die letzte Folge bevorsteht.
Scene Take
Erzähl uns was über Kim Hua Yeo!
Daniel Bomke
Kim Hua oder besser gesagt „Chris“, unser Kameramann bei
NoBudget, lässt sich mit einem Wort am besten beschreiben: Cool!
Aber weil so kaum zum Ausdruck kommt, wie wichtig er für die
Produktion war, möchte ich doch nochmal kurz betonen, dass er
mit seiner professionellen Haltung, seinem Können und seiner
tollen menschlichen Art mir, und ich glaube uns allen,
unheimlich geholfen hat. Alles weitere zu sagen, wäre in dieser
Form überflüssig – außer vielleicht, dass er KFC liebt!
Scene Take
Es gibt jetzt schon Leute, die fest daran glauben, dass wir bald
in Serie gehen (dürfen).
Glaubst du daran? Und wenn ja, wie sieht deiner Meinung nach
deine Zukunft bei Scene Take und insbesondere bei NoBudget aus?
Daniel Bomke
Ich wünsche es jedem Einzelnen, dass NoBudget in Serie gehen
darf. Es wäre einfach sehr schön zu sehen, dass es in
Deutschland möglich ist, mit wenig Mitteln, dafür aber
innovativen Konzepten und Menschen, die bereit sind das
Unwahrscheinliche anzugehen, eben jenes auch zu erreichen. Meine
persönliche Rolle sehe jedoch sowohl bei Scene Take, als auch
bei NoBudget eher im Autorenbereich. Nicht dass es mich nicht
reizen würde bei ausgewählten Episoden Regie zu führen, aber ich
würde mich nicht darauf einlassen wollen, den Großteil einer
Staffel als Regisseur zu fungieren – wenn ich denn überhaupt in
Frage käme. Ich bin nämlich der festen Überzeugung, dass eine
Serie folgenabhängige Regisseure haben sollte, damit jede
einzelne Folge immer wieder aufs Neue mehr als die Summe seiner
Teile sein kann, und sich so etwas wie „Routine“ nicht
einstellt. Denn reine Routine führt einfach zwangsläufig zur
Langeweile – und wer will schon eine langweilige Serie sehen?!
Scene Take
Daniel, wir danken dir für dieses Interview und drücken dir und
uns gleich mit die Daumen!
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